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Spanischer Schinken

Echte Gourmets werden es bestätigen können. Wenn man an Spanien denkt, dann läuft einem in erster Linie das Wasser im Mund zusammen. Denn abgesehen von dem kulturellen und landschaftlichen Reichtum, den das Land an der Sonne zu bieten hat, sind es doch nicht zuletzt auch die berühmten kulinarischen Spezialitäten, die Jahr um Jahr eine stetig wachsende Zahl an Besucherinnen und Besuchern anlocken. Allen voran ist hier zweifellos der legendäre spanische Schinken zu nennen. Was diese schmackhafte Delikatesse so einzigartig macht und in welchem Umfang sie nicht nur in der spanischen Küche zum Einsatz kommt, sind Aspekte, die es in dem folgenden Beitrag zu klären gilt.

Spanischer Schinken als Garant für unvergessliche Gaumenfreuden

Vielleicht ist es die intensive Sonneneinstrahlung, vielleicht aber auch nur die lange Tradition, welche Spanien zu einem Eldorado für alle macht, die sich für kulinarische Köstlichkeiten begeistern. Gerade in Zeiten, in denen schon fast täglich Themen wie artgerechte Tierhaltung sowie deren Einfluss auf die Qualität der späteren Geschmackserlebnisse diskutiert werden, ist es wenig verwunderlich, dass die Frage aufkommt, warum die aus Spanien stammenden Fleisch- und Wurstwaren jenen unverwechselbaren vollmundigen Geschmack aufweisen.

Dazu zählt natürlich auch jener legendäre Klassiker, der Schinken, welche auf Spanisch als ‚Jamón‘ bezeichnet wird und einen festen Bestandteil in der Geschichte und Kultur des Landes bildet. So ist es wenig verwunderlich, dass sich um die herzhafte Delikatesse allerlei Geschichten und Legenden ranken.
Von den Spaniern zu Recht als Nationalgericht auserkoren überzeugt der auf landestypische Weise hergestellte Schinken jedoch auch Urlauberinnen und Urlauber aus anderen Ländern. Und so ist es keine Seltenheit, dass der Besuch eines Schinkenherstellers einen Programmpunkt bei einer organisierten Reise nach Spanien darstellt. Natürlich mit anschließender Verköstigung, versteht sich. Ebenfalls großer Beliebtheit bei Spaniern und Gästen gleichermaßen erfreuen sich Tagesausflüge zu Bauernhöfen, auf denen die begehrte Spezialität in allen Größen und Ausführungen zu besonders niedrigen Preisen erworben werden kann. Dies macht sie zudem zu einem vortrefflichen und zweifellos immer gern gesehenen Mitbringsel zu Anlässen aller Art. Entsprechend darf bei einem Ende des Urlaubs im sonnigen Süden natürlich im Reisegepäck auch nicht der ein oder andere Schinken als Souvenir für Daheimgebliebene fehlen.
Auf der Suche nach den wohl bekanntesten Schinkensorten stößt man unweigerlich auf den legendären Jamón Serrano und sein gleichermaßen berühmtes Pendant, den Jamón Ibérico. Bei beiden Varianten handelt es sich um luftgetrocknete Schinken, welche in der Regel bis zu 12 Monate für eine optimale Reifung benötigen.

Jamón Serrano – die günstige Option für Feinschmecker

Der Serrano-Schinken zeichnet sich vor allem durch sein mageres Fleisch, die rote Färbung sowie den vergleichsweise niedrigen Preis aus. Die Bezeichnung ‚Serrano‘ bzw. ‚Sierra‘, was übersetzt soviel wie ‚Gebirge‘ bedeutet, ist sowohl auf die Stätte der Reifung als auch auf das letztendliche Aroma zurückzuführen. Schließlich duftet und schmeckt der in der frischen Bergluft herangereifte Schinken genauso wie seine ursprüngliche Umgebung, nämlich würzig. Zu den Herkunftsorten dieser Spezialität zählen die Städte Gerona, Terual und Soria. Je nach der gewünschten Größe der Scheiben hat man die Möglichkeit, sich zwischen dem Vorderschinken, welcher in der Landessprache ‚Serrana Paleta‘ genannt wird, und dem Hinterschinken, das heißt dem ‚Serrano Jamón‘ zu entscheiden. Für unnötige Verwirrung sorgt oftmals die alternative Bezeichnung ‚Jamón de Plata Blanca‘, was soviel wie ‚von der weißen Pfote stammender Schinken‘ bedeutet und auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass der Serrano Jamón von hellfarbigen Hausschweinen stammt.

Serrano Schinken

Serrano Schinken ©iStockphoto/nito100

Jamón Ibérico – Qualitätserzeugnis für Anspruchsvolle

Ein Blick auf die Preiskategorie für den hier im Zentrum stehenden Edelschinken ‚Jamón Ibérico‘ genügt bereits, um festzustellen, dass es sich hier um ein Produkt der ganz besonderen Art handeln muss. Und dies ist tatsächlich der Fall. Schließlich stammt dieser aromatische Schinken der Superlative von einer der letzten Weideschweinerassen im europäischen Raum.

Der Geschmack bestätigt leidenschaftliche Verfechter einer artgerechten Tierhaltung einmal mehr. Denn dass sich das iberische Schwein für die Dauer seines kurzen Lebens maximaler Freiheit und kulinarischer Leckerbissen erfreuen darf, scheint sich unmittelbar auf die Qualität des Fleisches auszuwirken. Je nach Fütterung gibt es jedoch auch bei diesem Edelschinken gravierende Unterschiede hinsichtlich Geschmack und Preis. An der Spitze steht hier zweifellos der Jamón Ibérico de Bellota, zumal das Futter der Schweine ausschließlich aus Eicheln bestand. Grundsätzlich lässt sich jedoch sicherlich sagen, dass alle Sorten des Jamón Ibérico mit Recht zu der Kategorie ‚Schinken aus schwarzem Gold‘, auf Spanisch ‚Jamón de Pata Negra‘ gerechnet werden, da sie ohne Ausnahme für erstklassige Qualität stehen.

Tipps zum optimalen Aufbewahren und Anrichten von spanischem Schinken

Möchte man tatsächlich in den Genuss von hochwertigem spanischen Schinken kommen, so muss man schon etwas mehr Geld investieren. Kriterien für ausgezeichnete Qualität sind unter anderem die Reifezeit sowie die Art der Tierhaltung und Fütterung. Diese Aspekte wirken sich nahezu unmittelbar auf das Aroma des berühmten Schinkens aus.

Hinsichtlich der Lagerung empfiehlt es sich, knochenhaltigen Schinken auf ganz traditionelle Weise aufzuhängen. Schinken ohne Knochen lässt sich hingegen problemlos im Kühlschrank aufbewahren. In Bezug auf die letztendliche Verwendung von spanischem Schinken gibt es eine Fülle an schmackhaften Rezepten. Zuerst benötigt man ein scharfes Messer, mit dem man lange, dünne Scheiben abschneidet. Diese lassen sich dann in den unterschiedlichsten Formen anrichten.
In Verbindung mit Klassikern wie Tortilla oder Tapas ist der Schinken aus der spanischen Küche natürlich nicht wegzudenken. Doch auch als herzhafter Brotbelag mit Tomaten oder zur Verfeinerung von Fisch und Spargel eignet sich spanischer Schinken ausgezeichnet. Grundsätzlich sind der eigenen Kreativität hier keine Grenzen gesetzt und sowohl der Jamón Serrano als auch der Jamón Ibérico können jegliches Gericht zu einem wahren Leckerbissen machen. Dies gilt auch für die oftmals als etwas fade kritisierte deutsche Küche. Mit etwas Mut zur Improvisation vermag der spanische Schinken unter anderem Schnitzeln, Würstchen und Kartoffelsalat die gewünschte aromatische Note zu verleihen. Wer es doch lieber typisch südländisch mag, wird im Internet eine Fülle an vielversprechenden Rezepten finden.

Eine Delikatesse, die sich unter anderem hervorragend als exquisiter Snack zum abendlichen Wein eignet, ist beispielsweise die ‚Bruscetta con Jamón‘ zu nennen. Hierfür werden Brötchen im Backofen aufgebacken und mit einer Paste aus Tomaten, Knoblauch, Zwiebeln und schwarzen Oliven bestrichen. Zu guter Letzt werden diese kleinen Kunstwerke mit Olivenöl beträufelt und mit Schinkenscheiben belegt. Natürlich gibt es hier eine Vielzahl an Variationsmöglichkeiten, die zudem Raum für die Kreation neuer aufregender Rezepte schaffen. Ungeachtet der persönlichen Geschmacksrichtung lässt sich also festhalten, dass spanischer Schinken zweifellos für jedes Gericht eine Bereicherung darstellt und auch in die langweiligste Küche die gewünschte Abwechslung sowie das legendäre spanische Aroma zu bringen vermag.