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Kantabrien

Wissenswertes zu Kantabrien

Kantabrien, auf Spanisch Cantabria, ist eine der 17 Autonomen Gemeinschaften und eine Provinz Spaniens. Sie liegt im Norden der Iberischen Halbinsel am Golf von Biscaya (Kantabrisches Meer). An Kantabrien, das seinen Namen von dem in der Antike dort siedelnden keltiberischen Stamm der Cantabrer erhielt, grenzen im Westen Asturien, im Süden Kastilien-León und im Osten das Baskenland. Die seit 1981 autonome Provinz mit der Hauptstadt Santander hat knapp 600.000 Einwohner auf einer Fläche von 5253 Quadratkilometern.

Wirtschaftlich ist Kantabrien geprägt von chemischer Industrie vorwiegend in größeren Städten, Zink-, Blei-, Eisen- und Steinkohlebergbau, Viehhaltung und Fischfang in den ländlichen Teilen und zunehmend dem Tourismus. Für die Urlaubsregion Kantabrien sind der internationale Flughafen Santander mit innerspanischen und innereuropäischen Flügen, die Autobahn A8, ein gut ausgebautes Straßennetz welches auch kleinere Ortschaften Kantabriens miteinander verbindet sowie im Großraum Santander das S-Bahn-Netz von Bedeutung.

Landschaft, Klima und sehenswerte Orte in Kantabrien

Landschaftlich zeigt sich Kantabrien sehr vielseitig. Die 284 Kilometer lange Küste ist von langen Stränden mit zerklüfteten Gebirgszügen als Hintergrundkulisse gesäumt. Dort findet man als Urlauber ideale Möglichkeiten zum Sonne tanken und Entspannen und traditionsreiche Städte bieten kulturell Interessierten viele Sehenswürdigkeiten. Doch nicht nur in Städten und größeren Ortschaften wie Santander, Reinosa, Santillana del Mar oder Torrelavega ist die reiche Kulturgeschichte Kantabriens zu bewundern, sondern auch in den zahlreichen Naturparks sowie Höhlen und Gärten. Insgesamt ist Kantabrien eine hügelig-gebirgige Region und die feinen, kaum überlaufenen Sandstrände mit abgelegenen, noch unentdeckten Buchten laden zum erholsamen Entspannen und zu
Erkundungstouren ein. Das Klima in Kantabrien ist in den Küstengegenden in Meeresnähe maritim, es ist also im Sommer eher kühl und die Winter sind hingegen mild. Im gebirgigen Inneren der Provinz ist es zum Teil sehr kalt mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und es kann häufiger zu starken Schneefällen kommen.


Die Hauptstadt Santander in einer Bucht am Kantabrischen Meer ist zugleich Industriestadt mit dem Hafen Puerto Chico und Urlaubsort mit zahlreichen Sandstränden und kulturellen sowie architektonischen Besonderheiten. Hier leben ein Drittel aller Kantabrier. Santander verströmt vor allem durch den für König Alfons XIII. erbauten Königspalast Palacio Real mit dem umliegenden Park, einem Spielcasino und der Strandpromenade ein elegantes und herrschaftliches Flair. 1941 brach in Santander ein zerstörerischer Großbrand aus, weshalb die Hauptstadt Kantabriens weniger historische Gebäude aufzuweisen hat als andere Orte in der Region. Dennoch bietet Santander ein reichhaltiges Angebot an Hotels und gastronomischen Einrichtungen wie Restaurants und Bars. Urlauber können hier auch ihre Freizeit auf vielerlei Art gestalten.

Reinosa ist eine kleinere Stadt mit etwa 10.000 Einwohnern in den hohen Bergen Kantabriens gelegen. Sie ist Sitz der Verwaltung des Landkreises Campoo-Los Valles. Die Stadt bietet einen pittoresken mittelalterlichen Ortskern mit dem Kloster San Francisco und der Kirche Iglesia de San Sebastian, beide aus dem 16. Jahrhundert. In der Umgebung von Reinosa liegen der Ebro-Stausee und die Hochebene Alto Campoo, die Wassersportler und Skiurlauber auf ihre Kosten kommen lassen.

Das kleine Dorf Santillana del Mar liegt am Golf von Biscaya und hat 4000 Einwohner. Es entwickelte sich um ein Kloster, das als Herberge für die Reliquien der Hl. Juliana dient. Deswegen wird es auch „Rothenburg ob der Tauber Spaniens“ genannt. Santillana del Mar steht gänzlich unter Denkmalschutz und ist mit seiner historischen Altstadt eine Station für Pilger auf dem Jakobsweg.

Torrelavega ist das industrielle und wirtschaftliche Zentrum Kantabriens. Die Einwohnerzahl beträgt rund 55.880 und die Entfernung zu Santander etwa 30 Kilometer. Hier ist die Eisen- und Stahlindustrie der Region beheimatet, aber Torrelavega hat dennoch einiges für Touristen zu bieten, wie beispielsweise Sakralbauten, Paläste und Herrenhäuser. In der Stadt, die nur 8 Kilometer vom Meer entfernt ist, finden auch Kongresse und Messen statt. Obwohl es fast eine reine Industriestadt ist, gibt es einige Parks als „grüne Lungen“ und Bildungseinrichtungen wie etwa die juristische Fakultät der Universität von Kantabrien, eine Sprachschule und ein Musikkonservatorium.

Kantabrien

Kantabrien ©iStockphoto/Susana Guzmán Martínez

Sehenswertes in Kantabrien

Burgen, Schlösser und Paläste

Der Palacio de la Magdalena ist die ehemalige Sommerresidenz des spanischen Königs Alfons XIII. auf der Halbinsel La Magdalena in Santander. Er wurde 1912 erbaut. Heute beherbergt der Palast die Internationale Sommeruniversität Menéndez Pelayo.

In Santillana del Mar sind einige mit Wappen geschmückte ockerfarbene Adelshäuser aus dem 15. und 16. Jahrhundert zu besichtigen. Castro-Urdiales ist die drittgrößte Stadt Kantabriens an der Costa Occidental. Hier befinden sich der Ocharan-Palast (1901 im Stil einer italienischen Villa errichtet) und das Ocharan-Schloss (1914 erbaut, mit Elementen der Gotik und Merkmalen der maurischen Architektur). Zudem kann man die ehemalige Befestigungsanlage des Ortes, die fünfeckige Burg von El Faro aus dem 13. Jahrhundert, besuchen.

Kirchen und Klöster

Die romanisch-gotische Kathedrale Nuestra Señora de la Asunción in Santander stammt aus dem 8. Jahrhundert und war anfangs eine Abtei, die im 13. Jahrhundert zur Stiftskirche umgebaut und schließlich im 18. Jahrhundert zur Kathedrale ernannt wurde. Sie beherbergt die Gebeine der Schutzheiligen von Santander, St. Emeterius und Celedonis. Nach dem Feuer von 1941 baute man sie zum Teil wieder auf.

Die Stiftskirche der Hl. Juliana in Santillana del Mar aus dem Jahr 870 ist das bedeutungsvollste Bauwerk der Romanik in Kantabrien. Sie zeichnet sich durch ihr eindrucksvolles Hauptportal aus. In Reinosa kann man die Kirche Iglesia de San Sebastian und das Kloster San Francisco von 1518 bewundern. Die Kirche Iglesia de Santa María in Castro-Urdiales gilt als wichtigstes Bauwerk im gotischen Stil in Kantabrien.

Museen in Kantabrien

Interessante Museen in Santander sind das Maritime Museum des Kantabrischen Meeres, das dem Besucher die Unterwasserwelt und die hohe Bedeutung des Fischereiwesens und des Meeres nahebringt, und das Museum für Prähistorie und Archäologie von Kantabrien. Dort werden 1200 Ausstellungsstücke aus der Zeit zwischen der jüngeren Altsteinzeit und der Eisenzeit gezeigt.

Sehenswürdigkeiten in der Natur

Hier sind an erster Stelle die Höhlen von Altamira bei Santillana del Mar zu nennen. Insgesamt rund 930 farbige altsteinzeitliche Felsmalereien von Pferden, Wildschweinen, Hirschkühen, Bisons und Wisenten auf einer Fläche von 5500 Quadratmetern gehören seit 1985 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Touristen können im Museo de Altamira eine Kopie der „Sixtinischen Kapelle der Altsteinzeit“ besichtigen. Weitere Höhlen mit Felsmalereien befinden sich in Ramales de la Victoria. Ein Aufstieg auf den 2171 Meter hohen Berg Pico Tres Mares in der Nähe von Reinosa lohnt sich aufgrund eines atemberaubenden Panoramablicks über die Umgebung. Kantabrien hat mehrere schöne Wildparks und Naturreservate zu bieten, in denen man Braunbären, Wölfe, Steinadler und Tiere aus allen fünf Kontinenten beobachten und eine vielfältige Pflanzenwelt bestaunen kann.

Die Küche Kantabriens

Gastronomisch gesehen bietet Kantabrien eine Vielfalt aus aufwendigen Eintöpfen, Fisch- und Rindfleischgerichten. Vor allem an Süßspeisen gibt es örtliche Spezialitäten wie beispielsweise in Reinosa die Pantortilla, ein Pfannkuchen, in Torrelavega die Polkas und in Santillana del Mar den Biskuitkuchen Bizcocho. Der Quarkkuchen Quesada pasiega ist typisch für die Region Kantabrien.

Was kann man in Kantabrien unternehmen?

Für Urlauber, die gerne Ausflüge unternehmen und etwas von der Landschaft sehen wollen, gibt es in Kantabrien dazu zahlreiche Gelegenheiten. Sieben Naturparks bieten die Möglichkeit, eine außergewöhnlich große Vielfalt an gefährdeten Tieren und Pflanzen zu genießen. Kantabrien lädt mit vielen Routen zum Wandern, Bergsteigen und Klettern ein. Außerdem gibt es einige schöne Plätze, die ideal fürs Camping sind. Im Winter kann man im Nationalpark Picos de Europa einen Skiurlaub in einem der gefragtesten Skigebiete Spaniens verbringen.

Kantabrien hat mehr als 60 Strände mit feinem Sand, die zudem nicht überfüllt sind, so dass es sich bequem nach einem Ausflug entspannen lässt. Im Meer kommen die Wassersportler auf ihre Kosten, insbesondere wenn man gerne surft oder Wind- beziehungsweise Kitesurfing betreibt, denn die Strände Kantabriens warten mit unzähligen Surfrevieren auf. Möchte man reines Sightseeing und Kultur erleben, sollte man in der Hauptstadt Santander einen Abstecher zu den Museen, Kirchen und dem Königspalast machen. Auch Santillana del Mar, Castro-Urdiales, Reinosa und das Weltkulturerbe Höhlen von Altamira mit ihren Felsmalereien sind diesbezüglich eine Reise wert. Kulturell Interessierte, die typische Feste Kantabriens miterleben möchten, sollten sich im Januar den Karneval in Santoña, die Meeresprozession La Folía in San Vicente de la Barquera am Sonntag nach Ostern, Ende Juli die Ferias de Santiago und das Jazzfestival in Santander, das Sommerfest Festival Internacional im August und die Blumenschlacht Batalla de las Flores in Torrelavega ansehen.

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