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Von Picasso zur Alhambra

An dieser Stelle möchte ich Sie mit auf eine Reise ins Herzen Spaniens, nach Andalusien nehmen. Ich durfte im Juli 2008 im Rahmen einer Studienfahrt die Städte Málaga und Granada selbst besuchen und möchte hier nun davon erzählen.

Angekommen sind wir an einem sommerlich heißen Tag auf dem Flughafen in Málaga. Und bereits außerhalb der Flughafentüren wussten wir, was Hitze wirklich bedeutet. Hier, am südlichsten Zipfel Spaniens – Málaga liegt nur unwesentlich nördlicher als das afrikanische Marokko – sind 45°C nichts Ungewöhnliches.

Málaga selbst liegt direkt am Meer, dessen wohltuende Abkühlung wir natürlich umgehend auskosteten. Doch Málaga ist nicht nur für seinen Strand bekannt, denn diese Stadt ist darüber hinaus die Geburtsstadt des berühmten Malers Pablo Picasso. So stand selbstverständlich ein Besuch des Picasso-Museums auf dem Plan. In diesem modern eingerichteten Gebäude lassen sich zahlreiche Kunstwerke des Künstlers bewundern.

Alhambra

Alhambra ©iStockphoto/Jeff Morse

Die Stadt selbst hat ebenfalls zahlreiche schöne Ecken zu bieten, die wir natürlich erkundetet: Enge, verwinkelte Gassen, winzig kleine Tante-Emma-Läden – einen richtigen Supermarkt habe ich während der ganzen Studienfahrt nicht finden können – und natürlich Straßenhändler. Übernachtet haben wir in einer kleinen Jugendherberge mitten im Herzen der Altstadt. Auf der Dachterrasse wurde uns dort zum Abendessen original spanische Paella mit hausgemachter Sangria serviert, ein ausgezeichneter kulinarischer Exkurs.

Bereits am nächsten Vormittag verließen wir Málaga und begaben uns auf den Weg in das etwa 1,5h entfernte Granada, dem eigentlichen Ziel unserer Reise. Ein Bus brachte uns dabei zu der in den Bergen der Sierra Nevada gelegenen Stadt.

Auf unserem Weg zu unserer Jugendherberge passierten wir direkt nach Ankunft den berühmten Gewürzmarkt in Granadas Innenstadt. Gewürze, soweit das Auge nur reichen und in einer Vielfalt und Menge, dass wir staunend mitsamt unserer Koffer stehen blieben um sie zu bewundern.

Granadas Altstadt ist wunderschön und sollte definitiv einmal ausgiebig erkundet werden. Ein weiteres Highlight waren die überdachten Straßen in der „Shopping Mall“. Und das war auch nötig, denn hier war es noch heißer als in Málaga, Temperaturen um die 40° abends um 21 Uhr waren durchaus keine Seltenheit. So verstanden wir sehr schnell die Siesta lieben zu lernen und starteten mit unseren Streifzügen erst gegen Abend. Und dann kann man auch das wirkliche Leben beobachten: Tänzer und Musikanten gehören hier ebenso auf die zahlreichen „Plazas“ der Stadt wir Marihuana rauchende Jugendliche, denn das Leben spielt sich, anders als bei uns, hauptsächlich auf den Straßen und Gassen ab.

Ein besonderer Ausflug war der Besuch einer Flamenco-Show, der selbstverständlich hier, in seiner Wiege Andalusien, nicht fehlen darf. Er gab uns Einblicke in das wilde, pulsierende Leben voller Tanz und Musik der Andalusier.

Neben einer Tageswanderung in der sengenden Hitze der Sierra Nevada, einer Art Steppenwüste, gehörte jedoch als absoluter Höhepunkt der Mission ein Besuch der Alhambra auf den Plan. Dieses grandiose Bauwerk von einer Festungsanlage hat jeden von uns in seinen Bann gezogen und nicht mehr losgelassen. Es ist eine perfekte Symbiose aus meisterlicher Architektur und einem wunderschönen Garten, so weit das Auge reicht.

Doch dann war unsere Zeit des Abschieds auch schon gekommen und wir traten die Rückreise nach Málaga und von dort aus nach Deutschland an.

Zum Schluss kann man nur sagen, dass es sich definitiv gelohnt hat, 6 Tage lang Hitze pur zu ertragen um all diese fremde, aber dennoch faszinierende Schönheit Spaniens bestaunen zu können, besonders da diese Orte keine typischen Touristenorte sind, sondern noch Andalusien pur zu bieten haben: wunderschöne weiße Häuser mit zahlreichen Höfen und Plätzen, viel Musik und Tanz, Leidenschaft und sprudelnde Lebensfreude. Nicht zu vergessen sind auch die kulinarischen Highlights, die sich wirklich niemand entgehen lassen sollte.